Das Dreckrändchen

Das Dreckrändchen

Die FNP über Philipp Webers "Futter"

Menü mit Westerwelle – Kabarettist Philipp Weber spielte sein hervorragendes Programm «Futter» im Frankfurter Stalburg Theater. Und servierte eine scharfe Mahlzeit.


Das Buch gibt es wirklich: «Das Parlament kocht.» Lange bevor Deutschlands Köche die TV-Studios übernommen haben und Koch-Shows inflationär wurden, haben sich Politiker Gedanken darüber gemacht, was man wie zubereitet auf den Tisch bringen sollte. 

Der Odenwälder Kabarettist, Jahrgang 1974, hat dies instinktiv im elterlichen Haushalt unter folgender Devise wahrgenommen: «Gegessen wird, was auf den Tisch kommt.» So einfach macht sich das ein Zusammentreffen von Freunden im Hause Weber nicht. Der eine hat eine Laktose-Allergie, der nächste ist Hardcore-Vegetarier, die zwei Damen, die zum Rouladen- mit-Kartoffeln-Essen kommen wollten, stellen sich der Philosophie: «Du bist, was du isst.» 



Weber kommt dabei von Pontius zu Pilatus: Politkarrieristen wie Guido Westerwelle oder Phillip Rösler werden an ihren politischen Leistungen gemessen. Der wahnsinnig schnell sprechende Langhaarträger streut verschwenderisch hochkarätige Sottisen. So viel hochgeistigen Stoff wie er an einem Abend verwertet, verwendet mancher (Comedy-)Kollege in drei oder vier Programmen. Weber durchmisst die globalen Themen in Siebenmeilenstiefeln. Und kommt zur Erkenntnis, dass Ernährungsfragen Phänomene der Neuzeit sind. Ihm sei nicht bekannt, dass «Aristoteles Diättabellen verfasst hat».


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