Die Bettleroper

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Die FAZ über den STOFFEL 2010

Im Dänischen Bettenlager – "Stoffel 2010" im Günthersburgpark

Als der Leiter des Stalburg-Theaters vor sieben Jahren den ersten "Stoffel" organisierte, wurde er von anderen Theaterprofis ausgelacht. "Jetzt wollen alle bei uns mitmachen", sagte Geschäftsführer Michael Herl. Der Eintritt beim Stoffel ist frei, und auch die Künstler arbeiten ohne feste Gage. Mittlerweile wird das Festival mit 10 000 Euro von der Stadt finanziert und konnte außerdem die KfW-Bankengruppe und die FES GmbH als Hauptsponsoren gewinnen.

"Stoffel" steht für "Stalburg-Theater Offen Luft" - vom 16. Juli bis zum 15. August finden im Günthersburgpark 60 Veranstaltungen statt, unter anderem Lesungen, Theater, Kabarett und Musik. Auch dieses Jahr hofft das Stalburg-Theater wieder auf viele Besucher - die Veranstaltung lockt jährlich rund 40 000 Menschen in den Günthersburgpark.

Am Freitag wird Sabine Fischmann um 20 Uhr den Stoffel 2010 eröffnen. Die Künstlerin tritt seit zwölf Jahren regelmäßig im Stalburg-Theater auf und wird bei ihrem Auftritt verschiedene Kollegen auf die Bühne bitten, unter anderen einige Vertreter der Rodgau Monotones. Am Samstag huldigen die Wohnraumhelden von 20 Uhr an mit ihrem Sofapop der Göttin der Musik.

Jan Seghers bietet am 19. Juli von 19 Uhr an die erste Lesung des Stoffel - er stellt sein neues Werk "Die Akte Rosenherz" vor, das von der nie aufgeklärten Ermordung einer Frankfurter Edelhure handelt. Lustiger geht es bei Holger Paetz zu, der am 20. Juli um 19 Uhr sein Programm "Krisenfest" präsentiert. Der Kabarettist kommentiert die Wirtschaftskrise, die Rentnerkrise und die Ämterkrise in den Parteien und unterhält nebenbei als Song-Poet mit seiner Gitarre.

Für Freunde des Kabaretts ist ebenfalls die Veranstaltung am 22. Juli zu empfehlen: Claus von Wagner unterhält das Publikum von 19 Uhr an mit seinem Programm "Drei Sekunden Gegenwart". Wagner zeigt mit seiner Darbietung, wie schwierig es sein kann, im Jetzt zu leben, wenn die gesamte Gegenwart doch nur drei Sekunden dauert. Auch die Titanic-Taskforce des Satiremagazins wird sich am 23. Juli von 19 Uhr an bemühen, das Publikum zum Lachen zu bringen: Das Stalburg-Theater jedenfalls fordert auf seiner Internetseite dazu auf, "leicht angetrunken" zu der Veranstaltung zu kommen.

Auf Anfrage vieler Eltern hat der Stoffel seit zwei Jahren auch ein Kinderprogramm zu bieten. Am 29. Juli präsentiert das Theater Landungsbrücken um 16 Uhr das Stück "Ritter Rost" - ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit viel Ironie und Liedern zum Mitsingen. Am Abend um 18 Uhr und um 20.30 Uhr tritt Hotel Ost auf. Das Ensemble mit Geige, Akkordeon, Schlagzeug, Tuba, Kontrabass und Klarinette unterhält die Zuhörer mit "Balkanjazz".

Am 1. August von 20 Uhr an treten Uta Köbernick, die Stalburg-Theater-Gästen bestens bekannt sein dürfte, und Dota, "die Kleingeldprinzessin", gemeinsam auf und tragen "unvermeidliche Lieder" vor. Thomas Gsella, der viele seiner Gedichte im Satiremagazin "Titanic" veröffentlicht hat, liest am 4. August um 19 Uhr aus seinem Buch "Blau unter Schwarzen". Der ehemalige "Titanic"-Chefredakteur Hans Zippert erklärt am 9. August von 18 Uhr an, warum Gießkannen auf dem Friedhof besser angekettet werden sollten, und er berichtet über seine Zeit im Dänischen Bettenlager. pasc.

Donnerstag, 15. Juli 2010


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