Wer kocht, schießt nicht

Eine Satire von Michael Herl. Mit Ilja Kamphues

Eine Koch-Satire von Michael Herl

Dr. Kögel: Ilja Kamphues
Regie: Manfred Roth
Bühnenbild/Licht: Herbert Huber
Fotos: Harald Schröder

Eine Produktion des Stalburg Theaters in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk

Uraufführung 26. September 2002 im Stalburg Theater

Dauer: Ca. 110 Minuten inkl. Pause.

Auch nach mittlerweile mehr als 350 Aufführungen immer noch der Dauerbrenner in unserem Repertoire: „Wer kocht, schießt nicht“. von Michael Herl, Kultautor, Schauspieler und Co-Moderator der Late Lounge im HR-Fernsehen, gelernter Koch, gelernter Rettungssanitäter und gelernter Journalist und einst im Auftrag eines renommierten Verlags Restaurantkritiker in Kalifornien. Herl, dessen literarisch-kabarettistische Stücke in den vergangenen drei Jahren mehr als zweihundert Mal auf allen bedeutenden Kleinkunstbühnen des Rhein-Main-Gebiets aufgeführt wurden, schickt nun den unglückseligen Molekularbiologen Dr. Theodor Kögel (gespielt von Ilja Kamphues) hinaus in die Welt. Dr. Kögel, Gastwirtssohn aus dem Sauerland und begnadeter Hobbykoch, steckt in einer tiefen Lebenskrise. Kein Job, keine Frau, kein Elternhaus – und nun hat ihn das Arbeitsamt auch noch zur Firma Schnell & Lecker geschickt, sich dort vorzustellen. Ausgerechnet Schnell & Lecker, ein Hersteller von Fast Food und Fertigprodukten! Kögel hat keine Wahl, er muß dorthin. Seine Aufgabe: Er soll einem „ausgewählten Testpublikum“ demonstrieren, wie mühsam und ungesund die herkömmliche Küche ist – und wie bequem, nahrhaft und zeitsparend das alles doch mit den Produkten von Schnell & Lecker zu machen sei. Kögel hält sich anfangs wacker – doch bald schon gerät ihm seine Vorführung aus dem Ruder und ungewollt zu einem absurd-realistischen Vortrag über die Abstrusitäten der modernen Nahrungsaufnahme, über italienische Gastronomen und ihre Pfeffermühlen, über gepreßte Hühner in Amerika und formationsfliegende Ananasse in Wanne-Eickel – und nichtnur das. Während er vor den Augen des staunenden Publikums ein köstlich gefülltes Hühnerbein mit selbstgemachten Fettuccine zaubert, während wohlige Düfte durch den Theatersaal wabern, da gleitet Dr. Kögel ab und gleitet ab und gleitet ab...

„Wer kocht schießt nicht“ – ein Muß für Gourmets und für Gourmands, für Hobbyköche und für Profiköche, für Feinkosthändler und für Feinkostkäufer, für Metzger und für Vegetarier – und für alle mit Sinn für gutes Essen und bösen Humor. Eine gnadenlose Abrechnung mit allem, was mit Fast Food, Convenience-Produkten und Kochen ohne Zeit und Muße zu tun hat – gleichzeitig eine sensibel-sarkastische Beschreibung des Wahns um Kochen, Essen, Trinken, Denken, Handeln und Sein in modernen Zeiten. Dr. Kögels Fazit: Man kann"s auch übertreiben – und zwar in beide Richtungen. Oder, philosophischer ausgedrückt:

Wo kommen wir her, wo gehen wir hin – und welcher Wein paßt am besten dazu?

„Michael Herl ist nach zwei Jahren Abstinenz an den Schreibtisch zurückgekehrt. Herausgekommen ist eine wortgewaltige Sozial-Satire gegen alles, was das Essen in heutigen Zeiten verleidet: Menschen, die in der Fußgängerzone ihre Mitmenschen und den eigenen Magen damit beleidigen, fettiges Fast food mit den Fingern in sich hineinzustopfen. Industriebauern, die Puten züchten, deren widernatürlich dicke Brüste sie beständig umkippen lassen. Köche, die jene wäßrigen Putenbrüste in Streifen auf matschige Salate werfen und so des Deutschen neues Nationalgericht verbrechen.

“Herl verteilt seinen Zorn gerecht, findet plastische Bilder und witzige Wortspiele. In Ilja Kamphues ist zudem noch der passende, durch und durch kabarettistische Dr. Kögel zur Hand. So wird das Ganze ein amüsantes Abendmenü - leicht und ziemlich kräftig gewürzt. Zumal das zum Schluß einem Zuschauer servierte Hühnergericht sich sehen lassen kann.“ (FAZ)

„Der Trockenfraß wandert schnell in den Mülleimer, und Kögel schnippelt, würzt und brät sich durch ein Potpourri aus Angriffen auf die Unkultur des Fast Food, nach Berlin strebende Bayern, Elfter-September-Larmoyanz und der Unfähigkeit, fremde Sprachen wenigstens auf Speisekarten zu meistern. Dabei verliert Autor Herl seine Verteidigung traditoneller Küche mit geographisch und saisonal beschränkten Möglichkeiten nie aus den Augen und hält den Feind ("China-Imbiss mit Pizza-Bringdienst") immer im Visier seiner ätzenden Ironie.“ (Frankfurter Rundschau)

„Die geglückten Wortspiele aufzuzählen, wäre sinnlos: Es waren zu viele. Im Ganzen präsentiert sich Herl in seinem Haus mit einem Stück Meta-Kulinarik, das hochgradig sehenswert ist.“ (Frankfurter Neue Presse)

Nächste Termine

Mo, 13.09.2010, 20:00 Uhr, Ort: Stalburg Theater Zur Kartenbestellung
Mo, 27.09.2010, 20:00 Uhr, Ort: Stalburg Theater Zur Kartenbestellung
So, 10.10.2010, 11:00 Uhr, Ort: Stalburg Theater Zur Kartenbestellung

Pressemeldungen für diese Veranstaltung

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